Tiere

Hinweise und Tipps


Wenn man mal in der Wildnis feststecken sollte, sind Insekten, Fische oder auch kleine Reptilien, Amphibien und Säugetiere ein großer Bestandteil der Notnahrung. Sie können aber natürlich auch unter anderen Umständen verzehrt werden.
Wenn man in der Wildnis ausgesetzt ist und sich nicht zu helfen weiß, denkt man oft an Survivalkünstler, die sich in der Wildnis von Pflanzen, Pilzen und ganz besonders von kleinen Tieren ernähren können. Jedoch kann man nicht alles, was sich bewegt, essen. Man muss die verschiedenen Tiere und ihre Wirkung auf den menschlichen Körper kennen, bevor man sie verzehrt. Im Folgenden wird ein kleiner Teil der problemlos konsumierbaren Tiere vorgestellt.
Das Jagen ohne Jagdschein und das Töten einiger Tiere ist illegal. Bitte beachtet die Jagdgesetze sowie das Bundestierschutzgesetz, welches unter anderem das Töten von Rote-Liste-Arten verbietet.
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ACHTUNG! Die im Folgenden genannten Informationen sind ohne Gewähr: Trotz sorgfältiger Recherche, Quellenabgleichen und Praxiserfahrung können in den Texten nicht ausreichende oder Fehlinformationen vorkommen.

Ansprechpartner für den Teil Tiere: Marlon Djuren


Insekten



Insekten findet man fast überall. Hebt man einen Stein hoch, finden sich sogleich die ersten Ameisen oder auch Käfer. Ein Blick in den Garten zeigt Bienen an den Blumen und Holzkäfer im oder am Holz. Auch im Haus ist das ein oder andere Insekt zu finden. Sie helfen uns, auch wenn wir das meistens gar nicht mitbekommen. Man kann sie sich aber auch bewusst zu Nutze machen. Gute Beispiele dafür sind Heuschrecken und Maden.

Heuschrecken

Allgemeines:

Heuschrecken sind leicht zu finden und auch zu fangen. Es gibt viele verschiedene Arten, von denen keine der heimischen giftig sind. In den USA z.B. gibt es jedoch eine giftige Art. Wenn Heuschrecken in großen Schwärmen umherziehen, kann es passieren, dass sie giftige Pflanzen fressen und deshalb auch selbst für den Menschen giftig sind.

Vorkommen:

Fast überall, sowohl im Wald, in Gebirge, Wiesen als auch in sandiger Landschaft, sind Heuschrecken zu finden. Wenn man sich nach ihrem Zirpen umhört, kann man schnell welche entdecken.

Aussehen:

Heuschrecken haben einen langgezogenen Körper mit Flügeln auf dem Rücken. Der Kopf sieht einem „Rammbock“ ähnlich. Sie haben zwei große starke Hinterbeine und vier mittelgroße Vorderbeine. Die Heuschrecken in Mitteleuropa haben Körperlängen von wenigen Millimetern bis zu fünf Zentimetern.


Bild: Sumpfschrecke

Geschmack:

Je nach Quelle kann der Geschmack zwischen nussig und hähnchenartig schwanken.

Zubereitung:

Heuschrecken können nicht als Ganzes gegessen werden, die Beine und Flügel sollten vorher entfernt werden. Sie können angebraten, frittiert, geröstet oder auf ähnliche Weise zubereitet werden. Verfeinern kann man sie dann mit ein paar Kräutern.


Maden

Allgemeines:

Maden sind das Vorstadium zu Käfern. Sie werden von den meisten Menschen als etwas Ekliges und Unappetitliches angesehen. Allerdings sind diese kleinen Insekten etwas sehr Feines und Erfreuenswertes. Sie helfen uns Menschen, indem sie altes organisches Material zerkleinern und zu Humus verarbeiten.

Vorkommen:

Häufig findet man Maden in einem umgestürzten und schon leicht vergammelten Baumstamm. Wenn man die Rinde abbricht entdeckt man oft sofort welche. Man kann einen Baum, in dem Maden leben, durch eine Art Verzierung erkennen. Diese ist unter der Rinde und führt nacheinander zusammen.

Aussehen:

Maden haben kleine bis mittelgroße (0,5cm-5cm je nach Art) Körper. Sie sind meistens gelb bis leicht bräunlich.


Bild: Maikäferlarve

Geschmack und Inhaltsstoffe:

Maden haben einen geringen Eigengeschmack, der an Ei erinnern kann. Sie haben einen hohen Eiweißanteil.

Zubereitung:

Achtung: Niemals die Maden von einem toten Tier nehmen. Sie können Krankheiten in sich tragen. Maden sollten wegen einer Infektionsgefahr erhitzt und geröstet werden.


Fische



Allgemeines:

In Mitteleuropa gibt es wenige giftige Fische, im Süßwasser keine. Also: Falls ihr die Chance habt, Angeln zu gehen oder anderweitig Fische aus einem See oder Fluss zu ziehen, macht es. Giftige Arten, wie das Petermännchen, kann man nach dem Entfernen der Giftstacheln auch essen.




Bild: Rotfeder von Erich Westendarp auf Pixabay

Fangarten:

Angeln

Die wohl bekannteste Methode des Fischfangens ist das Angeln. Wer keine Angel hat oder sich in einer Survivalsituation befindet, der kann sich auch eine Angel selber bauen: Dafür braucht man zunächst einen dünnen Faden als Schnur. Für den Haken kann man einen kleinen, stabilen Ast, der wie ein V gebogen ist, verwenden. Dabei sollte beachtet werden, dass ein Ende des Stockes länger sein muss als das andere, damit der Fisch nicht abgeht. Wenn das nicht möglich ist, kann man sich eine solche Form aus einem größeren Stück Holz schnitzen. Es ist außerdem möglich, aber nicht notwendig, einen kleinen Widerhaken einzubauen. Als Köder sind am besten Maden oder Würmer zu verwenden.

Reuse

Ein feinmaschiges Netz ist ebenfalls gut zum Fangen von Fischen geeignet. Die Öffnung des Netzes sollte dabei in die Richtung der Strömung zeigen. Danach kann man abwarten bis ein Fisch ins Netz schwimmt oder aber ihn zusätzlich mit Bärlauch, Muscheln oder ein paar Maden und Würmern ködern. Dazu legt man sie einfach in das Netz hinein. Fische aber auch Flusskrebse werden davon angelockt.

Aussehen:

Fische haben zumeist zwei Rückenflossen, zwei Bauchflossen, eine Heckflosse und einen durchgängigen Rumpf, der vom Kopf bis zur Heckflosse geht.
Im besten Fall sollte man die genaue Fischart kennen, bevor man sie zubereitet, aber, wie bereits in der Einleitung erwähnt, sind alle einheimischen Süßwasserfische essbar.

Zubereitung:

Wenn Fische aus modrigem Wasser kommen, dann können sie diesen modrigen Geschmack übernehmen, der jedoch nach ordentlichem Waschen und durch Zugabe von ein paar Wildkräutern während der Zubereitung verschwindet. WICHTIG: Bei der Zubereitung sollte immer darauf geachtet werden, dass der Fisch komplett durch gekocht, gegart oder gebraten ist, ansonsten besteht eine große Erkrankungsgefahr.


Reptilien und Amphibien



Dieses Thema ist zu ausführlich, um es hier gut genug zu beschreiben. Es gibt sehr viele Unterschiede auch schon zwischen verschiedenen Arten einer Gattung. Es ist zu empfehlen, vor der Zubereitung und dem Verzehr in einem Fachbuch über das Tier nachzuschlagen. Bei Reptilien und Amphibien gibt es viele Verwechslungsgefahren, die zu tödlichen Vergiftungen führen können.


Säugetiere



Allgemeines:

An dieser Stelle nochmal ein Hinweis auf die Einleitung: Es gilt, die Jagdverordnungen einzuhalten.

Fangstrategie:

Kleinere Säugetiere sind zwar schwerer zu finden und auch zu fangen als größere, jedoch auch ziemlich ungefährlich, da sie Menschen meist keine schweren Verletzungen zufügen können. Im Folgenden wird Fokus auf Tiere wie Mäuse und Eichhörnchen gelegt. Diese halten sich in der Regel von Menschen und größeren Tieren fern. Wenn man sich allerdings lange genug an einer Stelle ruhig verhält, trauen sie sich aus ihren Verstecken heraus. Von da aus kann man die Tiere beobachten und sich Bewegungsabläufe merken. Zum Beispiel, dass eine Maus immer zu der gleichen Stelle zurückkommt. Dann kann man erste Vorkehrungen zum Fangen treffen, indem man sich einen Korb bastelt oder sucht und ihn so aufstellt, dass die Öffnung nach unten zeigt. Zwischen Korb und Boden sollte durch das Abstützen auf einen Ast eine Lücke bleiben. Der Stock sollte mit einem langen Faden verbunden sein, mit dem man den Ast schnell wegziehen kann, wenn sich eine Maus unter dem Korb befindet. Es sollten ein paar Samen oder Nüsse unter den Korb gelegt werden, um die Maus anzulocken.




Links: Eichhörnchen, Rechts: Rötelmaus

Gefahren:

Oftmals haben Säugetiere Würmer, Bakterien oder auch Viren. Das ist nur schwer von einem ungeübten Auge erkennbar. Deshalb müssen die Tiere gut gegart werden. Dadurch werden die meisten Keime und Schädlinge abgetötet. Ein Anzeichen dafür, dass ein Tier krank ist, ist, dass es seine Scheu vor Menschen verliert.
Man sollte sich nicht mit Wildschweinen anlegen.